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ine viel zu turbulente und seelisch belastende Woche liegt hinter mir. Wieso kann das Leben nicht einfach nur mal gradlinig, ruhig und entspannt verlaufen? Ein Wunschdenken, was wohl nie eintreten wird. Vielleicht ist es auch ganz gut so, denn wäre das Leben sonst nicht arg monoton und langweilig? Meinem Plan „Jetzt lasse ich die Pfunde purzeln“ ist es allerdings weniger zuträglich. Wie schon erwähnt bin ich eine „Frustesserin“ und so stand ich nicht nur einmal vor dem prall gefüllten Kühlschrank.

Meistens, aber eben auch nicht immer, konnte ich den süßen und großen Versuchungen die dort auf mich lauerten widerstehen. Ich bin auch nur ein Mensch und so griff ich eben doch mal zu. Nicht ohne es wenig später zu bedauern. „Was hast Du getan“, „Musste das jetzt sein“ – Die Konsequenz war, dass die Waage bis Mittwoch kontinuierlich nach oben kletterte. Kurz vor den 100 kg bekam ich dann die Kurve und es ging zum Glück auch schnell wieder runter.

Verrückt! Jetzt, eine Woche nach meinem letzten Beitrag, habe ich sogar weitere 1,5 kg abgenommen. Was mich dann natürlich auch wieder ein wenig stolz macht und mir zeigt, dass meine Maßnahme auf Kohlenhydrate weitgehendst zu verzichten der richtige Weg ist um abzunehmen. 98,2 kg sind zwar noch weit weit weg von meinem Wunschgewicht, aber mit etwas Glück schaffe ich es sogar noch dieses Jahr? Es wäre zu schön.

Was ist mit Sport? Wieso machst Du das nicht?

Ja, Sport ist so eine Sache die ich immer vor mir herschiebe. Zu nass, zu kalt, zu windig, zu viel Schnee – irgendwas ist immer. Und keine Ausrede zu doof um sie nicht doch zu verwenden. Dabei belüge ich mich im Grunde immer selbst, denn ich weiß dass das Abnehmen mit Sport vermutlich noch leichter gehen würde. Zumindest war es vor der Hormonumstellung so.

Stundenlanges laufen gehörte in den Phasen in denen ich abgenommen habe einfach dazu. Nur bin ich damals auch vor mir selbst davon gelaufen, was sich nun ja erledigt hat. Ich könnte in ein Fitnessstudio – aber ehrlich? Mir fehlt dafür einfach das Geld und zum Teil auch die Zeit. Also werde ich mich vorerst weiter belügen, mir die nächsten Wochen einen Trainings- und Workoutplan aufstellen und dann mit den ersten warmen Sonnenstrahlen das Laufen anfangen. Zumindest klingt der Plan für mich momentan am realistischsten.

Unerfüllte Wünsche!?

Ein Thema was sich vielleicht etwas abseits vom eigentlichen „Jetzt lasse ich die Pfunde purzeln“ befindet – „Ich und mein Kleiderschrank“. Nun, da mein Gewicht langsam beginnt weniger zu werden, habe ich über meinen Kleidungsstil und über mein Sammelsurium an Kleidungsstücken nachgedacht. Vieles wie die Hosen (Gr. 42) werden mir langsam zu groß oder entsprechen eigentlich gar nicht dem was ich im Normalfall trage.

In den Anfängen meiner Transition war ich offensichtlich irgendwie der Meinung, dass ich ganz viel in meinem Leben verpasst hatte. Und so griff ich bei jeder Möglichkeit zu und kaufte mir die absonderlichsten Kleidungsstücke, Hauptsache weiblich. Ich hatte halt noch gar keine Ahnung was mir stehen könnte, bzw. hatte ich noch gar keinen eigenen Stil gefunden. Die Konsequenz ist jetzt, dass der Kleiderschrank bis zum Bersten voll mit Dingen ist, die ich noch nie angezogen habe und es vermutlich auch nicht mehr werde.

Und so habe ich beschlossen demnächst – bewaffnet mit Mülltüten – „Platz zu schaffen“. Platz für Dinge die mehr meiner Persönlichkeit und meinen Wünschen entsprechen. Mit anderen Worten ich plane die Anschaffung von ein paar besonderen weiblicheren Kleidungsstücken aus der Gothik, Steampunk und Mittelalterecke. Eine Corsage steht auch noch hoch im Kurs. Doch vorher heißt es wohl erst mal weiter abnehmen und sehnsüchtig in den Online-Shops blättern. Denn ehrlich jetzt etwas zu kaufen ist doof, da diese Sachen unter Umständen schnell nicht mehr passen und so bleiben es bis auf weiteres unerfüllte Wünsche.

Liebe Grüße
Ellen