Schlosshof Festival 2017

Schlosshof Festival 2017 – Ein Rückblick

Hallo Ihr Lieben,

wie einige von Euch sicherlich schon etwas länger mitbekommen haben, gehen meine Liebste und ich gerne auf Konzerte, Festivals und Mittelaltermärkte. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass man uns bei so einigen Veranstaltungen in unserem näheren Umkreis (Region) antrifft. So auch wieder am letzten Wochenende in Höchstadt an der Aisch. Das Schlosshof Festival 2017 stand an und bis auf das Nass-Kalte-Wetter war es auch erneut ein gelunges Event, auf dem wir bei toller unterhaltsamer Musik unseren Spaß hatten.

Klar, nicht jedem gefällt unser Musikgeschmack! Rock, Metal, Gothic, EBM, Mittelalterrock, etc. sind halt nicht jedermanns Sache. Dafür können wir einfach nichts mit Schlager anfangen. "Leben und Leben lassen" ist unser Motto - so lange wie wir es nicht selber hören müssen. Wie dem auch sei. Wir sind fest mit diesen Musikrichtungen verwachsen und versuchen bei Konzerten immer möglichst nah an die Bühne zu kommen. Nicht zu letzt um ein paar "Schnappschüsse" für daheim als Erinnerung zu haben. Außerdem macht uns das "feiern" ganz vorne eh am meisten Spaß.

Doch daheim verstauben die Fotos meist schnell wieder auf irgendwelchen Festplatten. Geraten sowie das Konzert irgendwann in Vergessenheit und erblicken nie wieder das Tageslicht. Dabei sind diese Erinnerungen doch viel zu schön um sie nicht fest zu halten und ggf. mit anderen zu teilen. Aus diesem Grund möchte ich Euch in Zukunft an unseren Erlebnissen ein wenig teil haben lassen und wer weiß, vielleicht findet Ihr auch gefallen an der ein und anderen Band. Es würde uns freuen.

Jetzt aber zu den jeweiligen Bands (mit Bildern):

Knasterbart

Wer ist Knasterbart? Knasterbart bezeichnet sich selbst als Band aus lasterhaften Halunken aus der Gosse. Und genau auf diesem Niveau befinden sich die Lieder der Gruppe. "Gossenhauer-Folk" Lieder mit schlüpfigen und anzüglichen Texten, mit einer extremen Prise schwarzen Humors, die direkt aus der Spelunke stammen könnten, werden dem Zuschauer / Zuhörer präsentiert. Das die optisch heruntergekommenen Musiker - die übrigens aus anderen befreundeten Bands kommen - dabei ihren Spaß haben ist mehr als offensichtlich.

Knasterbart habe ich nebenbei bemerkt jetzt erst zum zweiten Mal gesehen und muss sagen, dass ich ihnen beim ersten Mal nicht wirklich viel abgewinnen konnte. Ob es an der vermurksten Akustik oder an den doch recht flachen Texten lag kann ich heute nicht mehr so genau sagen. Auf jeden Fall war es diesmal völlig anders. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass der Funke von der Bühne ins Publikum ziemlich schnell übergesprungen ist und sie durchweg gut unterhalten haben. Was auf einem Festival durchaus wichtig ist.

Daher gibt es von mir 3 von 5 Sternen

Vroudenspil

Vroudenspil ist eine Freibeuter-Folk Band aus Süddeutschland die in den letzten Monaten von etlichen personellen Veränderungen geplagt wurde. So wundert es nicht, dass die Gruppe mich nicht wirklich völlig überzeugen konnte - was Schade ist, da sie wirklich tolle Lieder im Repertoire haben. Doch während die neuen Mitglieder sich noch versuchen zu intergieren dreht sich das Personal-Karusell weiter. So wurde auf dem Schlosshof Festival die Bassistin "Zora" verabschiedet. 

Wer weiß vielleicht lag es auch an den personellen Veränderungen warum ich diesmal einfach nicht mit der Gruppe "warm" wurde - haben sie mir doch auf dem Feuertanz Festival 2015 ganz gut gefallen.  Es bleibt zu hoffen, dass wieder Ruhe einkehrt und Vroudenspil zur alten Form zurück findet. Das Potential haben sie auf jeden Fall.

Daher leider nur 2 von 5 Sternen

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Mr. Hurley und die Pulveraffen die "Lieblings-Piratenband" aus dem karibischen Osnabrück liefert jedes mal ab! Kaum ein Auftritt bei dem das Publikum nicht völlig in Ekstase gerät und sich die Seele aus dem Leib hüpft und singt. Drei Männer und das schwarze Meer - Mr Hurley und den Pulveraffen gelingt das, was nur wenigen Bands gelingt - Sie unterhalten von der ersten bis zur letzten Minuten. Dabei sind ihre Lieder auch nur darauf ausgerichtet.

Ernsthaftigkeit versucht man wahrlich vergebens. Und das ist in diesem Fall auch gut so. Auch wenn die Lieder von der neuen kommenden Platte noch längst nicht allen und vor allem mir nicht geläufig sind, so macht ihre Musik selbst bei 14 Grad und Nieselregen Sehnsucht auf die Südsee - Besser gesagt Sehnsucht nach "Tortuga". Ein wenig Sommer im doch eher gefühlten Herbst. Übrigens danke für's regelmäßige beschimpfen .. aaarrrrr.  Punktabzug gibt es diesmal nur, weil ich die neuen Lieder noch nicht kannte und mich die Cover-Version von  "Ich und mein Holz" verstörte.

Wertung: 4 von 5 Sternen

Versengold

Versengold mit einem zweiten Platz in den Albumcharts im Rücken, präsentierte sich auf dem Schlosshof Festival leider ohne den verletzten und daheim gebliebenen "Pinto Frohsinn". Was der Feierlaune des Publikums allerdings keinen Abbruch tat - doch wie ich finde gehört Pinto einfach als wichtiger Baustein dazu. Vielleicht hatte ich auch deswegen das Gefühl, das die Leichtigkeit der Gruppe aus den letzten Jahren kaum noch spürbar war.

Versteht mich nicht falsch - die Musiker machen einen wirklich guten unterhaltsamen Job. Doch früher wirkt es es einfach so, als ob alle zu 101% mit Spaß bei der Sache sind und ihre Musik leben. Beim Schlosshof Festival hatte ich das Gefühl, dass dem nicht mehr ganz so ist. Vermutlich ist es nur subjektiv und eine Band entwickelt sich halt weiter. Ich muss mich wohl im Kopf davon verabschieden, dass die Zeiten wo Versengold auf kleinen Bühnen auf Mittelaltermärkten ihre Musik zum Besten gaben vorbei ist.

Die musikalische Entwicklung geht ohnehin weiter in Richtung "Pop-Folk" - Unterhaltsam, aber eben auch Massenkompatibel und nicht immer zu 100% meins. Ein Glück, dass sie wenigstens noch ein paar von den "alten Klassikern" wie "Paules Beichtgang" und "Ich und ein Fass voller Wein" gespielt haben. Auch wenn ich nicht jedes der neuen Lieder mag, ich bleibe der Band so oder so treu.

Eine solide Wertung mit 4 von 5 Sternen

Schandmaul

Schandmaul eine Gruppe aus München gehört mittlerweile wohl zu den festen Größen der "Mittelalter-Folk-Rock" Bands in Deutschland. Kaum jemand, der noch nie ein Lied von ihnen gehört hat. Wen wundert es , schließlich sind sie inzwischen in regelmäßigen Abständen mit ihren Platten in den oberen Plätzen der deutschen Charts vertreten. Hatten mehrere Auftritte auf großen Festivals (z.B. Wacken) und im Fernsehen.

Wer nun denkt, dass die Band dadurch abgehoben ist liegt völlig falsch. Schandmaul tritt weiterhin auf kleinen Festivals wie das "Schlosshof Festival" auf und ist sich auch nicht für einen Spaß zwischendurch zu schade. Was sie durchaus sympathisch macht. Leider hört nun die Violistin Anna Katharina Kränzlein auf und und verlässt die Band. Nicht nur, dass sie über die Jahre hinweg ein Blickfang auf der Bühne war, man hatte auch immer das Gefühl, dass sie mit Herz und Seele dabei war.

Wie dem auch sei, beim Auftritt auf dem Festival hatte man das Gefühl, dass die Band nochmal zum Abschied von Anna alle alten großen Lieder hervorgeholt hat. Fast schon melancholisch wurde Song um Song zum Besten gegeben. Was natürlich meiner Liebsten und mir sehr sehr gut gefallen hat. Nicht zu letzt weil ich ihr den Heiratsantrag mit Untermalung der Musik von Schandmaul gemacht habe. Entsprechend groß ist dann natürlich die Bindung von uns zu der Musik wie "Dein Anblick" oder "Willst Du!?" - Danke Schandmaul für die wundervolle Zeit und viele weitere Konzerte - leider ohne Anna.

Volle Punktzahl - 5 von 5 Sternen

Ich hoffe Euch haben meine Ausführungen und die Fotos, die sowohl von mir als auch von meiner Liebsten stammen, gefallen.  Die Wertungen entsprechen übrigens nur meinem rein persönlichen, subjektiven und tagesabhängigen Empfindungen. 

Liebe Grüße
 Ellen

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