Geoutet und nun ?

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I ch bin es mal wieder. Wir viele von Euch wissen habe ich mich letztes Wochenende bei meiner Partnerin erfolgreich geoutet. So dachte ich zumindest. Sie hat es allerdings nicht so gut weggesteckt wie gedacht. Dachte sie anfangs sie kommt damit noch klar, hat sich das Blatt absolut gewendet und ich habe Angst den wichtigsten Menschen in meinem Leben, nach meiner Tochter zu verlieren. Ich kann es verstehen dass es in ihr rumort, dass ich ihre Welt auf den Kopf gestellt habe und vor Allem das sie selbst vor der unbekannten Situation hat.

Ich würde ihr so gerne helfen, glaube aber nicht das ich ihr wirklich erreiche. Vermutlich kennt keiner von Euch diese Situation so.  Vor allem egal was man tut und sagt verpufft im Nichts. Selbst Eingeständnisse, wie ich werde und kann eh nicht als Frau leben. Oder alles tun um sie nicht zu verlieren können sie nicht davon überzeugen, dass ich auch so glücklich sein kann. Klar wünscht man sich innerlich auch nach außen eine Frau zu sein. Die Frage ist nur immer ob man bereit dafür ist den Preis zu zahlen.

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Rückblende - Teil 4

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N ach etwas längerer Pause schreibe ich dann mal etwas weiter an meinem Lebenslauf. Dabei ist mir aufgefallen dass ich noch einen wichtigen Punkt in meinem Leben ausgelassen hatte und diesen nun noch nach hole. Vermutlich wird es noch häufiger vorkommen, dass mir etwas einfällt - was ich dann irgendwann separat nach pflegen werde. Jetzt aber viel Spaß mit dem nächsten Teil.

Katastrophenschutz / Wehrersatzdienst (1994-2004)
Warum sollte es mich nicht wie alle anderen auch erwischen? Ich war im letzten Schuljahr auf dem Gymnasium als mich der obligatorische Musterungsbescheid erreichte. Wie war ich begeistert. Mir war allerdings von Anfang an klar das ich dort nicht hin will. Erstens hätte ich mich unterordnen müssen und Zweitens und viel wichtiger konnte ich mit Krieg und alles was dazu gehört noch nie identifizieren. Was machte ich also ? Ich suchte nach Alternativen und fand durch einen Mitschüler heraus, dass es die Möglichkeit gab sich statt Bundeswehr oder Zivildienst freiwillig für 8 Jahre als Sanitäter im Katastrophenschutz zu verpflichten. Man konnte trotz dieser Verpflichtung dann weiter studieren, arbeiten oder eine Ausbildung machen. Kurz um ich war begeistert. Es war der Ausweg aus dem Dilemma also verpflichtete ich mich. Positiver Nebeneffekt man tut wirklich etwas soziales, was allen hilft.

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Outing bei der Partnerin - Teil 2

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I m letzten Beitrag "Transsexuell und nun ..?" habe ich davon berichtet, dass die ersten Schritte in Richtung Outing bei meiner Partnerin getätigt wurden. Das ich nicht wusste, wie es weiter gehen soll. Doch meisten kommt es wirklich anders als man denkt. Vergangenes Wochenende wollten wir endlich, nach zwei Monaten Verspätung, unser Zweijähriges gemütlich in einem Lokal feiern - also gingen wir am Freitag gemütlich Essen.

Es lief alles gut soweit. Wir unterhielten uns über unser Leben, die Arbeit und die Kinder. Wir kamen zu dem Schluss dass wir einfach zu wenig für uns als Paar haben. Wir abends einfach so kaputt sind, dass keiner von uns noch in der Lage ist sexuell aktiv zu werden. Dennoch haben wir die Hoffnung dass es auf Dauer nur besser werden kann.  Das Thema Transsexualität stand dabei überhaupt nicht im Fokus. Es war also für mich ein überraschend schöner Abend geworden. Vor allem, weil ich sie am Vortag doch so mit dem Einem oder Anderem schockiert habe und ihre Welt ein Stück weit eingerissen habe.

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Transsexuell und nun ...?

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N un stehe ich hier. In der zweiten Hälfte meines Lebens. Weiß und akzeptiere endlich was mit mir los ist. Doch kann ich das alte Leben nicht los lassen. Zu groß die Angst die Person zu verlieren die mir alles bedeutet. Ihr vor den Kopf zu stoßen und für immer zu verprellen. In meinem Kopf spuckt es schon lange. Hin und wieder kommen düstere Gedanken. Gedanken denen ich nicht nachgeben will und werde. Meine Tochter braucht mich.

Ich frage mich ab und zu - kann man mit dem Bewusstsein klar kommen transsexuell zu sein und doch nicht als Frau zu leben ? Der Konflikt frisst einen von Innen heraus auf. Ich versuche es so gut wie es geht zu unterdrücken. Traurigkeit kommt in mir auf. Eine tiefe Traurigkeit. Ich weiß nicht wie ich es machen soll. Dann kommen wieder Momente in denen alles aus mir raus will. Ich allen in Gesicht schreien will - SEHT MICH AN, SO BIN ICH - Der Verstand sagt dann wieder HALT !

Ich möchte es zumindest meiner Partnerin sagen. Doch auch hier überwiegt die Angst. Sie ahnt ohne hin schon so einiges. Nagellack, rasierte Beine, Arme und Frauenkleidung lassen die Vermutungen in ihr Früchte tragen. Wieso bin ich nur so kompliziert. Ich weiß ich war nie einfach. Ich begriff es nur nicht wieso. Habe 39 Jahre gebraucht um das endgültig zu erkennen. Wie kann ich dann erwarten das sie mich verstehen kann ?

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Rückblende – Teil 3

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E s ist gar nicht so leicht, wieder einen Einstieg zu finden, wenn die letzte Rückblende ein paar Tage zurückliegt. Ich werde es dennoch versuchen. In den letzten beiden Teilen der Rückblende habe ich über meine Lebensjahre bis zum Realschulabschluß (1975-1982) geschrieben und wie es mir in der Zeit so ergangen ist. Natürlich habe ich da nicht jede einzelne Situation aufgeführt. Erstens kann ich mich nicht an jedes Detail erinnern und Zweitens würde es den Rahmen hier vermutlich sprengen. Trotzdem wünsche ich Euch nun viel Spaß mit dem weiteren Abschnitt meines Lebens.

Gymnasium (1992-1995)
Nach der Realschulzeit hatte ich beschlossen das Abitur nachzuholen und wechselte daher auf das Wirtschaftsgymnasium. Wirtschaftsgymnasium bedeutet, dass man sich festlegt als ersten Leistungskurs BWL/BWL belegt. Dazu kommt dann noch das Fach Rechnungswesen. Zahlen waren halt meine Welt. Dennoch erhielt ich im ersten Halbjahr einen gehörigen Dämpfer. Ich war tatsächlich in zwei Fächern unterm Strich. Mal wieder die Fächer Deutsch und Englisch – und mal wieder, weil ich eine eigenwilligen Schreibstil habe und schreibe was ich denke und nicht was man erwartet. Zumindest war ich nicht die einzige Person die Schwierigkeiten hatte. Nur, dass ich noch die Kurve bekam und das erste Schuljahr unbeschadet überstanden habe. Man muss dazu sagen, von ungefähr fünf Klassen im ersten Schuljahr blieben etwas mehr als zwei über.

Privat lief es ganz gut. Das Mobbing der Nachbarskinder war vorbei – kein Wunder – die meisten waren in der Ausbildung oder fortgezogen, so dass ihnen dafür keine Zeit mehr blieb. Dafür zog aber ein Mädchen in unser Haus ein. Ein Mädchen was ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen hatte. Ihr Name war “Ellen”. Wir verstanden und mochten uns sehr. Zur einer Beziehung kam es nie, obwohl wir sehr viel Zeit miteinander verbrachten. Wir waren also mehr dass, was man gute Freunde (Freundinnen) nennen würde.

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Rückblende – Teil 2

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I m ersten Teil dieser Reihe habe ich von meiner Kindheit von der Geburt bis zum Ende der Grundschulzeit berichtet. Welche Probleme ich hatte und das ich schon damals alles andere als das normale Kind war. Im nun folgenden Abschnitt geht es um meine Zeit in der Realschule und die Pubertät. Viel Spaß

Realschule und Pubertät (1986 - 1992)
1986 wechselte ich von der Grundschule auf die Beobachtungsstufe der Realschule. Die Lehrerin die ich dort bekam, erwies sich als echter Glücksfall. Ich stand das erste Mal nicht mit einer Lehrkraft auf Kriegsfuß. Sie erkannte meine Potentiale. War dennoch besorgt, dass ich  doch recht verschlossen war und mich nie so wirklich aktiv am mündlichen Unterricht beteiligt habe. Ich hatte einfach kein Selbstvertrauen mehr. Sie entdeckte mein Talent für Mathematik förderte es und war sehr stolz, als ich als erster Schüler der Schule später eine eins in Mathematik bekam. Sie förderte meine Hilfsbereitschaft und mein soziales Engagement. Wobei wirklich beliebt, war ich bei den anderen Mitschülern immer noch nicht.

Neben der Schule lief es nun auch etwas besser. Nicht zuletzt dank gewecktem Interesse an Mathematik und den neu aufkommenden Homecomputern (Philips MSX, C64). Ich verbrachte mit einem Freund aus der Grundschulzeit viel viel Zeit mit programmieren und spielen. Lernte viel über logisches Denken und Algorithmen. Eignete mir Schach an und blieb dennoch künstlerisch interessiert.  Die Quälereien der Nachbarskinder ging zurück, alleine dadurch bedingt das ich noch weniger draußen gewesen bin.

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Rückblende - Teil 1

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I ch dachte mir, es wäre eine gute Idee hin und wieder etwas über mein Leben bzw. meinen Lebensweg zu schreiben. Damit könnt Ihr und ich mehr oder weniger verfolgen was ich von meiner Kindheit bis Heute erlebt habe und vielleicht auch wieso ich so bin wie ich bin. Dann fange ich einfach mal an.

Geburt bis Einschulung (1975-1982)
Geboren wurde ich im Sommer 1975 in Hamburg, genauer gesagt im Tabea Krankenhaus in Blankenese, als zweiter Sohn meiner Eltern. Nach meinem Wissensstand kam ich per Kaiserschnitt zur Welt. War in den ersten Lebensjahren zum Leidwesen meiner Familie sehr oft krank - Ich hatte unter anderem wohl eine Schiefstellung des Beckens und so einiges mehr. Meine Mutter war deswegen auch mit mir auf einer Mutter-Kind-Kur. Es muss alles in Allem mit mir nicht leicht gewesen sein.

[caption id="attachment_50" align="aligncenter" width="300"]Schlafen Gute Nacht[/caption]

Meine ersten konkreten Erinnerungen habe ich erst kurz vor der Schulzeit. Mein Freundeskreis bestand zu diesem Zeitpunkt fast nur aus Mädchen aus der Nachbarschaft. Wir haben zusammen gespielt (u.a. Anziehpuppen aus Papier) und zusammen übernachtet. Quasi dass was man so als Kind bzw. Freunde in dem Alter macht. Ich wäre nie auf die Gedanken gekommen, dass Jungs anders zu spielen haben. Es hat einfach Spaß gemacht und sich eben auch richtig angefühlt.

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Wer oder was bin ich? - Teil 2

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I m ersten Teil habe ich berichtet, wie ein Ereignis mein Selbstbildnis in den Grundpfeilern erschütterte. Ich mich hilfesuchend auf einer Internetseite registrierte. Nun möchte ich Euch erzählen wie es mit mir weiterging:

Da stand ich nun, in der Mitte meines Lebens wusste nicht wirklich weiter. Ich war emotional sonst wo. Mal zu Tode betrübt, dann wieder doch gut drauf, da ich endlich Begriff, was mit mir mein Leben lang los war. Dennoch schmerzte es dieses Wissen erst so spät zu erlangen. Ich kaufte mir weitere Kleidungsteile beim Lidl - Rock, Strumpfhosen, Unterwäsche, u.v.m. - Jedes Teil was ich mir kaufte machte mich für den Moment ein Stück glücklicher. Zu Hause wurde natürlich immer gleich alles anprobiert. Es passte und es stand mir, es stand und steht mir wirklich. Bis auf den oberen Körperteil Haare, Gesicht und Oberweite. Dachte ich, hey Du könntest eine tolle Frau sein. Ich konnte mich endlich im Spiegel betrachten ohne mich innerlich abzulehnen. Emotionen pur. Es war dabei keinerlei sexuelles Verlangen vorhanden, es fühlte sich einfach nur großartig an.

Seit dem Flashback hatte ich so oder so seltsamerweise überhaupt keine Lust mehr auf Sex, nicht mal mit mir selbst. Erklären wieso kann ich es nicht. Ich vermute einfach, dass ich im Kopf einfach zu sehr mit mir beschäftigt bin/war. Ich beschloss endlich mehr auf meinen Körper zu achten und begann mich selbst auf Diät zu setzen, schließlich weiß ich endlich wofür!

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Wer oder was bin ich? - Teil 1

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W er oder was bin ich? Ich bin aktuell 39 Jahre, männlich - Vater von einer 8 jährigen Tochter aus erster Beziehung, die bei mir wohnt. Ich führe eine glückliche Beziehung mit einer fabelhaften Frau. Verdiene überdurchschnittlich gut und im Grunde fehlt es mir an nichts. Im Normalfall würde man sagen ein tolles und erfülltes Leben.

Damit mich keiner falsch versteht. Ich bin zufrieden so wie es ist/war. Zumindest glaubte ich es bis vor ca. 8 Wochen genauso auch. Doch im Grunde stimmt(e) etwas in mir selbst nicht. Etwas was ich mein Leben lang schon mit mir herumtrage, es nie wahr haben wollte und bis zum "Äußersten" verdrängte. Dazu aber später mehr, vor allem in diesem Blog.

Nun aber erst mal, dass was vor etwa acht Wochen passiert ist. Ich kaufte im Kaufland eine Packung halterlose Strümpfe für mich. Ich kann nicht erklären, warum - ich wollte unbedingt und habe es eben halt gemacht. Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich seit meiner Kindheit immer wieder Phasen habe in denen ich heimlich hin und wieder Frauenkleidung angezogen habe. So auch dies mal - ich zog mir die Strümpfe, als ich alleine war an, fühlte mich gut und machte aus Spaß Fotos mit dem Handy. Ich dachte es würde eh keiner mitbekommen und war dann auch erst mal wieder glücklich. Die Fotos waren, wie es sich später zeigte, natürlich ein dummer Fehler. Vielleicht auch ein unterbewusster Hilfeschrei ? Wer weiß dass schon!

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Begrüßung

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S chön dass Ihr den Weg auf meine Seite (meinen Blog) gefunden habt. Ich werde diesen Blog dazu nutzen um ein Ventil zu haben um alle meine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse  los zu werden. Wer weiß vielleicht hilft es dem
ein oder anderen in einer ähnlichen Situation. Ich weise schon mal darauf hin, dass ich nicht sonderlich auf Rechtschreibung etc. achten werden. Dennoch wünsche ich Euch viel Vergnügen

Liebe Grüße
Ellen

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