Wochenrückblick #4

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V on Samstag bis Freitag hatte ich Besuch von meinem Vater aus Hamburg. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bei ihm geoutet war, musste ich wohl oder übel die meiste Zeit in männlicher Kleidung verbringen. Ich glaub so unwohl in meiner Haut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Irgendwie passte alles nicht so wirklich Zusammen. Das Äußere nicht zum Inneren, die Kleidung nicht zu mir. Es war einfach grausam. Entsprechend war ich auch drauf. Frustriert und unzufrieden und dass obwohl ich mich auf den Besuch meines Vaters gefreut habe und es auch schön war, dass er da war.

Na ja,  so freute ich mich auf den Mittwoch. Die Selbsthilfegruppe hatte Weihnachtsfeier und ich konnte zumindest kurzzeitig Luft schnappen. Ich kleidete mich bereits am Morgen so weiblich wie möglich und zog die Männersachen drüber. Mittags lackierte ich mir die Fingernägel schwarz und fand das meine Hände durchaus weiblich und überhaupt nicht männlich wirken. So verbrachte ich dann halbwegs getarnt den Tag mit meinem Vater, der zum Glück die lackierten Nägel akzeptierte. Wir gingen dann um 17:00 Uhr zum ersten Chor-Auftritt meiner kleinen. So was kann man doch nicht verpassen. Der Auftritt an sich war ganz nett, auch wenn die meisten Kinder doch schon recht müde waren.

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Es ist geschafft und wie geht es weiter?

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I ch habe es doch tatsächlich geschafft und mich bei meinem Vater als transsexuell geoutet. Mein Gott hab ich mir schwer getan. Ich malte mir in meinem Kopf die schlimmsten Horrorszenarien aus, dass er mich verstoßen würde und nie wieder etwas mit mir zu tun haben will. Dementsprechend habe ich es natürlich die letzte Woche immer weiter vor mir hergeschoben, bis ich und meine Partnerin den Entschluss gefasst haben es auf den kommenden Donnerstag festzulegen. Klarer Vorteil, ich konnte so den Termin nicht verschieben ohne mir selber Glaubwürdigkeit zu nehmen.

Die Tage vergingen und Donnerstag rückter immer näher. Am Donnerstag selber spielte dann mein Kreislauf total verrückt. Alles drehte sich in der Früh in meinem Kopf und ich hatte das Gefühl gleich Ohnmacht zu fallen oder wenigsten hinzufallen. Vermutlich war ich aber sogar in Wirklichkeit nicht weit davon entfernt.

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Wie sag ich es nur meinem Vater?

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H ier sitze ich nun und schreibe diese Zeilen. Zeilen die mir auf der Seele brennen. Nicht dass ich nichts besseres zu tun hätte, sondern viel mehr - weil ich einfach nicht weiß wie ich es machen soll. Wie soll es auch gehen und vor Allem wie vermittelt man sowas jemanden. Ich bin so ungeübt darin.  Für Euch als kurze Information. Seit Samstag habe ich bis Freitag Besuch von meinem Vater aus Hamburg. Er weiß noch nicht über mich bescheid und sitzt gerade unbekümmert unten auf dem Sofa. Dabei macht er sich Gedanken über die mögliche bevorstehende Hochzeit mit meinem Schatz. Wenn er nur wüsste. Ich denke viel drüber nach, komme aber nicht zu einem Ansatz wie ich es ihm erklären könnten. Ich möchte es ihm so schonend wie möglich erklären - Habe aber dennoch massive Angst wie er reagieren könnte. Schließlich war/bin ich seit 39 Jahren sein Sohn und nun komme ich und sage ne das ist alles ganz anders. Ich war 39 Jahre lang schon immer deine Tochter - habe mich nur nie getraut mich zu offenbaren. Alles nicht so toll :(

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Wochenrückblick #3

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D ieser Wochenrückblick kommt jetzt etwas verspätet. Dafür enthält er aber diesmal auch fast zwei Wochen in komprimierter Form. Warum? Die Begründung ist eigentlich ganz einfach. Ich hatte schlicht weg keine Zeit und Muße mich hinzusetzen und die letzten Tage aufzuschreiben. Zu viel ist passiert und zu viel hat mich beschäftigt. Einen wirklichen klaren Kopf zu bekommen war fast nicht möglich. Nun ein paar Tage später, kann ich endlich versuchen die Dinge in Worte zu fassen.

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Wochenrückblick #2

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D ie vergangene Woche war relativ unspektakulär und lief mehr oder weniger einfach vor sich hin. Natürlich drehen sich meine Gedanken weiterhin um das eine Thema und wie ich das geplante Outing umsetzen kann. Dazu kommen dann hin und wieder Zweifel. Zweifel ob ich diesen Weg wirklich gehen sollte, schließlich verlange ich da eine ganze Menge von meinem Umfeld.

Wobei dass direkte Umfeld eigentlich nur der springende Punkt ist. Alle Anderen sind mir eigentlich egal. Also frage ich mich wie bringe ich es meiner Tochter möglichst schonend bei ? Nicht leicht zu beantworten. Ich habe angefangen mit ihr zusammen ab und an auf YouTube Videos über das Schminken und solchen Dingen zu schauen. Wer weiß vielleicht hilft es ihr irgendwann zu verstehen das Papa zwar Papa bleibt, aber eben doch eher eine Frau ist. Schön wäre es.

Natürlich denke ich auch an meine Partnerin. Wie schaffe ich es - ihre Sorgen und Ängste zu nehmen. Wie kann ich sie auf die Reise mitnehmen und an all den Dingen teilhaben lassen die mich bewegen und uns beide betreffen ? Ich merke dass sie zu kämpfen hat, will sie aber auch nicht die ganze Zeit nerven und Nachfragen. Was bleibt mir also nur über es erstmal hinzunehmen und ihr mein ehrliche aufrichtige Liebe zu zeigen.  Ich denke und hoffe dass wir einen gemeinsamen Weg finden.

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Der erste "wirkliche" Besuch bei der Selbsthilfegruppe

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E in paar Wochen ist es schon her, seit ich den ersten erfolgreichen Kontakt zur lokalen Selbsthilfegruppe aufgenommen habe. Allerdings war bis jetzt noch kein weiteres monatliches Gruppentreffen, so dass ich eine gefühlte Ewigkeit warten musste. Je näher der Tag kam, umso hippeliger wurde ich. Wer hätte dass gedacht, dass ich mich einmal auf so etwas freue. Bin ich doch früher jedem Gesprächskreis und  jeder Vorstellungsrunde bewusst aus dem Weg gegangen.

Der wahre Grund klingt vielleicht blöd, entspricht aber der Wahrheit. Es war mir bisher immer unangenehm über mich vor anderen zu reden. Auch wenn es nur eine kurz Vorstellung war, wer ich bin, wie ich heisse, etc. Es steigerte sich sogar soweit, dass es schon fast zur eine leichten Phobie wurde. Nun, scheint es allerdings besser zu werden,  denn es war mir diesmal wirklich egal.

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Chaos total

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W ieder sind ein paar Tage vergangen. Tagen an denen so einiges passiert ist. Zum Einem gab es mal wieder ärger mit meiner Ex-Frau bezüglich unserer Tochter. Sie regt sich darüber auf, dass wir mit dem Kind zu viel lernen und versuchen zu erzwingen, dass das Kind auf die Realschule kommt. Haupt/Mittelschule würde angeblich alle mal reichen. Na ja, man sollte vielleicht dazu sagen, dass wir natürlich mit der kleinen lernen, aber eben nur dann wenn es zeitlich passt und sie auch aufnahmefähig ist. Außerdem hat sie Dienstag und Mittwochs Sport und Donnerstags Chor, so dass wenn wir lernen wollten überhaupt nur an den anderen Tagen etwas machen könnten.

Natürlich kommt dann auch noch dazu, dass sie alle zwei Wochen von Freitag bis Sonntag bei Ihrer Mutter ist und dort sowieso nichts gemacht wird. Weder für die Schule noch irgendeine gemeinsame Aktivität. Die Kinder werden mehr oder weniger vor dem Fernseher, Computer oder Konsole geparkt. Ich hab da überhaupt kein Verständnis. Sollen wir die Kleine Links liegen lassen ? Ihr keine Möglichkeiten bieten ? Ob sie die dann annimmt ist ja noch was ganz anderes.

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Warum ich ?

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A ktuell kommt in mir immer die ein Frage auf - "Wieso ich? Wieso passiert so etwas ausgerechnet mir?"  - Hat sich die Mutter Natur mit mir einen Scherz erlaubt ? Ich bin zwar aktuell mit mir so sehr im Reinen wie ich vorher noch nie war. Bin absolut ausgeglichen und fast sogar tiefen entspannt. Es sich einzugestehen nach der langen langen Suche nach fremder und eigener Akzeptanz ist schon eine riesige Erleichterung. Dennoch kann ich nicht und werde es wohl nie verstehen was bei mir schief gelaufen ist.

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Auf zur Selbsthilfegruppe...

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L ange lange habe ich mit mir gerungen. Habe ich doch bis jetzt immer mein Leben lang alles mit mir selbst ausgemacht. Es ist eine Nummer sich einzugestehen, dass man sein wahres ich immer unterdrückt hat. Nur um das vorherrschende Rollenbild zu passen. Klar dass die Seele das nicht auf Dauer mitmacht und "Narben" bleiben. Jetzt war und bin ich aber an dem Punkt wo es nicht mehr weitergeht. Entweder ich öffne mich und suche nach Hilfe oder mein Umfeld und vielleicht auch ich, nehmen irreparablen Schaden. Ich glaube dass ist es mir nicht Wert.

Vor allem wenn ich zurück Blicke sehe ich all den Kummern und den Leid, der mich ein Stück weit betrübt - evtl. sogar depressiv - gemacht hat. Bestimmt waren auch andere Faktoren daran beteiligt, die ich gar nicht so gerne wieder hervor holen möchte.

Wie bekannt sein dürfte hatte ich vor gar nicht allzu langer Zeit endlich, ich betone den Umstand endlich, den Punkt an dem es nicht mehr anders ging. Alles in mir rebellierte und führte mich vor dem Punkt. Entweder akzeptierst Du es jetzt endlich oder Du nimmst Schaden. So wurde mir also "wieder" bewusst was mit mir eigentlich los ist. Das ich anders bin als ich es fühle und anders als alle anderen die ich kenne. Das Fazit war also ich bin transsexuell. Ich bin abgeschweift.

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Geoutet und nun ?

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I ch bin es mal wieder. Wir viele von Euch wissen habe ich mich letztes Wochenende bei meiner Partnerin erfolgreich geoutet. So dachte ich zumindest. Sie hat es allerdings nicht so gut weggesteckt wie gedacht. Dachte sie anfangs sie kommt damit noch klar, hat sich das Blatt absolut gewendet und ich habe Angst den wichtigsten Menschen in meinem Leben, nach meiner Tochter zu verlieren. Ich kann es verstehen dass es in ihr rumort, dass ich ihre Welt auf den Kopf gestellt habe und vor Allem das sie selbst vor der unbekannten Situation hat.

Ich würde ihr so gerne helfen, glaube aber nicht das ich ihr wirklich erreiche. Vermutlich kennt keiner von Euch diese Situation so.  Vor allem egal was man tut und sagt verpufft im Nichts. Selbst Eingeständnisse, wie ich werde und kann eh nicht als Frau leben. Oder alles tun um sie nicht zu verlieren können sie nicht davon überzeugen, dass ich auch so glücklich sein kann. Klar wünscht man sich innerlich auch nach außen eine Frau zu sein. Die Frage ist nur immer ob man bereit dafür ist den Preis zu zahlen.

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