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s wird mal wieder Zeit Euch auf dem Laufenden zu halten. Nicht, dass Ihr denkt, auf diesem Blog passiert ja gar nichts mehr! Denn genau dass wird wohl so schnell nicht der Fall sein. Zumindest solange ich noch genug Ideen und Vorstellungen habe, was ich noch so alles machen möchte. Seit also gespannt, was sich hier in naher Zukunft noch so tun wird. Nun aber zum eigentlichen Thema von diesem Beitrag „Alle Ampeln stehen auf Grün oder das Warten auf den Startschuss“.

Hä? Auf was will sie denn jetzt eigentlich hinaus? Einige von Euch wissen mit Sicherheit, dass ich schon seit Dezember 2016 die Kostenübernahme der Krankenkasse für die Geschlechtsangleichende Operation habe. *Hurra* So weit, so gut. Allerdings ist mein vorläufiger OP-Termin in München leider erst auf den Sommer 2019 terminiert. Ein Umstand der mir bisher eigentlich weniger Kopfschmerzen und Sorgen bereitet hat.

Nicht zuletzt weil ich im Grunde genau wusste, dass sich dieser noch in naher Zukunft ändern wird. Nur wie und in welchem Zeitrahmen war mir nie klar. Und genau hier kommt Ihr ins Spiel. Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bei Euch für Eure Rückmeldungen, Hinweise, Tipps und Unterstützung bedanken. Ohne Euch hätte ich wirklich nicht weiter gewusst und hätte vermutlich so unnötig Zeit verschenkt. Danke!!

Wieso bedanke ich mich? Für alle die es nicht mitbekommen oder nicht direkt beteiligt waren, möchte ich es nun nochmal halbwegs kurz ausführen. Ich plane aus persönlichen Gründen meine Geschlechtsangleichende Operation bei Dr. Schaff in München durchführen zu lassen. An sich ist dass ja alles ganz normal. Auch dass die Wartezeit bis zur Op auf Grund des großen Zulaufs an Patienten relativ lang ist. Allerdings gibt es beim Schaff auch noch eine Besonderheit. Er verlangt als einziger Arzt in Deutschland einen Eigenanteil. – Ob Ihr das jetzt positiv oder negativ seht, sei jetzt mal dahin gestellt.

Auf jeden Fall möchte die Praxis, so wie es in den Unterlagen steht, den Betrag spätestens ein paar Tage vor der Operation erhalten haben. Was macht man aber, wenn man merkt, dass einem die Wartezeit (so wie bei mir) einfach zu lang wird? Und was wenn man den aktuellen körperlichen Zustand kaum noch erträgt? Richtig, man beginnt im Bekanntenkreis nachzufragen, ob jemand schon Erfahrungen mit dem Arzt und der Wartezeit gesammelt hat.

Und so habe ich erfahren, dass es bei dem Arzt durchaus passieren kann, dass man weit vor dem eigentlichen Termin dran kommen kann. Hierfür müssen allerdings alle Rahmenbedingungen passen und „alle Ampeln auf Grün stehen“. Mit anderen Worten – fällt überraschenderweise ein OP-Termin von Seiten des Patienten aus, so versucht die Praxis den Termin dennoch stattfinden zu lassen. Was ja auch logisch ist, schließlich geht es ja auch darum einen möglichen Verdienstausfall der Praxis zu verhindern.

Nur wie kommen sie so schnell zu einem Ersatz-Patienten? Im Grunde ganz einfach! Es wird einfach geprüft welche Patienten schon alle Kriterien erfüllen – also den Eigenanteil bezahlt und die Kostenzusage durch die Krankenkasse haben. Diese werden dann der Reihe nach angerufen und gefragt ob sie Zeit haben. Im besten Fall und nach Aussagen von ein paar Lesern kann es durchaus nach 3 bis 12 Monaten der Fall sein. Was für mich schon viel ertragbarer als 2,5 Jahre ist.

Also habe ich vor knapp 4 Wochen beschlossen meinen OP-Eigenanteil schon viel früher zu überweisen. (Steuerrückzahlung sei dank). Wer nun glaubt, dass damit bei mir alles in Butter ist der täuscht sich gewaltig. Im Endeffekt sitze ich nun auf glühenden Kohlen und hoffe unentwegt, dass der Anruf aus München bald kommen mag. Außerdem kommen jetzt wieder Gedanken hoch, die ich eigentlich vermeiden wollte. Was ist wenn? Was ist, wenn etwas schief geht? Was ist, …. Vielleicht war es für mich auch einfach kontraproduktiv über andere zu lesen, die nicht so viel Glück mit der Operation hatten.

Ängste und Sorgen vor so einer Operation sind normal. Schlimm wäre es, wenn ich mir gar keine Gedanken machen würde! Ich möchte ja einfach nur ein unbeschwertes Leben „ohne Anhängsel“ führen können. Nur bevor ich jetzt weiter dunkle Wolken herauf beschwöre. Mag ich den Beitrag lieber mit ein paar positiven Worten beenden.

Seit knapp einer Woche bin ich auf einem emotionalen Hoch. Keine größeren Anzeichen von Selbstzweifel oder Selbsthass. Ich schaue in den Spiegel und finde mich nicht abstoßend, sondern eher völlig in Ordnung und was wichtig ist weiblich genug. (Wenn es so etwas überhaupt gibt) Wer weiß, vielleicht ist das Hoch auch einer der Gründe, warum mich auf der Straße keiner mehr blöd anglotzt. Zumindest hat mein Selbstbewusstsein einen riesen Schritt nach vorne gemacht und darauf bin ich ein klein wenig stolz.

Auch wenn ich kein Modell bin, so hoffe ich doch, dass diese Phase noch lange hält und ich nicht wieder so schnell in ein emotionales Tief falle. Aber ich denke mal nicht!  Wenn mich die Transition bis jetzt eins gelernt hat. Ich brauche mich nicht mehr verstecken und ich darf zu mir stehen. Kein Wunder, dass mir dann die anderen Leute aktuell ziemlich egal sind. Wobei, es würde mich wirklich freuen, wenn mich mal jemand auf der Straße anflirten oder zumindest ein Kompliment machen würde. Das hätte doch mal was. 😉

„Alles Ampeln stehen auf Grün oder ich warte auf den Startschuss für die Geschlechtsangleichende Operation“

Liebe Grüße
Ellen