Routine nach der GaOP

Meine Routine nach der GaOP oder fünf Monate danach

Hallo Ihr Lieben,

ich wurde jetzt schon häufiger gefragt, wie es mit der Intimpflege der Vagina nach der GaOP (Geschlechtsangleichenden Operation) aussieht. Bzw. wie ich es mit der täglichen Routine nach der GaOP halte. Konkret und öffentlich habe ich die Frage noch nie wirklich beantwortet?! Allerdings denke ich, dass es Zeit wird. Schließlich bin ich jetzt schon fünf Monate Post-OP und habe so mehr oder weniger meinen für mich passenden Ablauf / Weg gefunden, mit dem ich persönlich am besten fahre.

Vielleicht bringe ich damit auch bei dem Einem oder Anderen etwas Licht ins Dunkel und entmystifiziere die Sache endlich etwas. Denn ehrlich gesagt ist die Intimpflege einer Neovagina kein Hexenwerk. Viel mehr unterscheidet sich die Pflege bis auf das Bougieren überhaupt nicht von einer „normalen natürlichen“ Vagina. Was ja auch im Optimalfall so sein sollte!

Intimpflege

Seit der Operation im Krankenhaus, vor etwas mehr als fünf Monaten, hat sich im Grunde an der Intimpflege bei mir gar nichts geändert. Ich spüle weiterhin beim Duschen einfach mit der Duschbrause und klaren Wasser den Intimbereich von außen ab. Seife verwende ich aus Prinzip schon nicht, weil es mir einfach zu gefährlich wäre die Scheidenflora zu schädigen. Übrigens mache ich es an Tagen an denen ich nicht Dusche nicht anders. Ich nehme einen feuchten Waschlappen und reinige nur oberflächlich.

Sollte ich mal das Gefühl haben, dass es irgendwie riecht – ja ich bin da sehr pingelig – habe ich mir extra eine Intimwaschlotion mit Milchsäurebakterien gekauft, von der ich dann ein paar Tropfen auf den Waschlappen gebe. Aber auch nur wenn ich es wirklich wirklich für nötig halte. In der Regel reicht mir aber einfach nur das Leitungswasser.

Ein wenig anders schaut es mit dem Inneren der Vagina aus. Mit dem Duschstrahl oder einem Waschlappen komme ich überhaupt nicht ran – wie auch? Also habe ich mir recht bald eine Intimdusche gekauft mit der ich die Scheide, ebenfalls nur mit klaren Wasser, einmal kurz ausspülen kann. Allerdings sollte ich dazu sagen, dass ich das höchsten alle zwei Wochen einmal mache. Die Gründe sind die gleichen aus denen ich auch keine Seife verwende. Die Scheidenflora ist mir viel zu wichtig, als dass ich sie mir zerstören möchte.

Wobei ich denke, dass ich spätestens nach der Korrektur-Operation irgendwann anfangen muss Milchsäurebakterien zu verwenden. Auf sowas wie eine Vaginose (krankhaftes Ungleichgewicht des Scheidenflora) habe ich nämlich gar keine Lust. Aktuell schaut es durch das regelmäßige bougieren (mit einer östrogenhaltigen Vaginalcreme) noch entspannt aus.

Bougieren

Wo wir jetzt schon beim Thema Bougieren sind – wie schaut die Routine nach der GaOP beim Bougieren aus? Im Grunde hat sich auch hier seit der Operation vor fünf Monaten nichts verändert. Wie von der Klinik empfohlen dehne ich drei mal täglich mit den Schaumstoffstäben (Stents). Wobei ich schon länger nur noch den größten Stent (ca 4,3 cm Durchmesser) verwende. Warum auch mit den anderen Stents plagen, wenn der große Bougierstab ohne vordehnen passt?

Letztendlich funktioniert das Bougieren auf diese Weise genauso problemlos und spart eine Menge Zeit, die ich sonst mit dem Vordehnen verbracht hätte. Spürbare negative Auswirkungen konnte ich nebenbei bemerkt nicht feststellen. So ist die Tiefe der Scheide noch immer bei tollen zwanzig Zentimetern – was vermutlich ein gute Tiefe sein dürfte. Ob dem wirklich so ist vermag ich nicht zu sagen, da da ich keine Erfahrungswerte / Vergleichswerte habe.

Vor knapp vier Wochen habe ich außerdem aufgehört den empfohlenen Platzhalter (mit Kompressen gefülltes Kondom) dauerhaft nach dem Bougieren zu tragen. Zu sehr hat dieser mich in meiner Freiheit eingeschränkt.  Nicht nur, dass ich den Platzhalter ständig – bei jeder Bewegung – spürte. Er neigte auch leicht dazu sich selbst den Weg nach draußen zu suchen. Mit anderen Worten ich war viel zu oft damit beschäftigt ihn an Ort und Stelle zu halten.

Ständig war ich in Angst den Platzhalter nicht zu verlieren. Wie peinlich wäre es geworden, wenn er beim Einkaufen an der Kasse einfach am Boden gelegen hätte! *räusper* Ein Glück ist mir das nie passiert. Wie dem auch sei – in ein paar Wochen ist meine GaOP schon sechs Monate her und ich darf dann endlich anfangen die tägliche Bougier-Häufigkeit zu reduzieren. Nur noch zwei mal täglich – morgens und abends wären schon ein riesen Fortschritt. Und wer weiß .. vielleicht ist die Korrektur-OP dann schon bald und ich kann wieder von vorne mit dem Bougieren anfangen. Es bleibt auf alle Fälle spannend.

Liebe Grüße
Ellen

2 Kommentare zu “Meine Routine nach der GaOP oder fünf Monate danach

  1. Moin Ellen,

    danke für deinen ausführlichen Bericht zu diesem doch recht pikanten Thema. Frau spricht ja doch nicht so gern darüber,schon gar nicht,wenn es da nicht ganz rund läuft. Stichwort Milchsäure: Was meinst du damit? Ich habe mir in der Apotheke ein Vaginalgel (https://www.mycare.de/online-kaufen/rephresh-sanol-vaginalgel-vaginalgel-3872634?gclid=EAIaIQobChMIuJWNyrXh1QIViRbTCh1RQwwSEAQYBCABEgLMxfD_BwE) beschafft,welches ich im Schnitt alle 10 Tage anwende,um die Scheidenflora im Lot zu halten. Funktioniert ganz gut, auf Dauer kostet das aber… 🙁
    Zum Bougieren,da geht ohne leichte Schmerzen nicht mehr viel. Hab wohl einfach zu früh angefangen,damit zu schludern. Aktuell mach ichs noch ein-zweimal die Woche,die Zeiten ,wo ich den Dicken problemlos einführen konnte,sind aber lange vorbei. Aber ist ja auch nicht sooo wichtig. Ein Mann kommt mir da eh nicht mehr ran.
    Schönes Wochenende!
    LG Bianca

  2. Liebe Ellen,
    bin zur Zeit im Universitätsklinikum in Essen und hatte vor 7 Tagen meine GAOP bei Dr. Hess.
    Deine Webseite und ganz besonders dein Tagebuch hat mir sehr geholfen und viel Freude gemacht und ich hatte sogar bei manchen Passgen Tränen in den Augen weil ich glaubte meine eigene Geschichte zu lesen.
    Vielen lieben Dank für deine Arbeit die du für deine Schwestern leistest.
    Andrea

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