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s wird Zeit mal wieder etwas über meine Hormonersatztherapie (mittlerweile sind es 17 Monate) und deren Entwicklung zu berichten. Ich hatte Euch ja angekündigt, dass ich es nur noch sporalisch machen werde, da ich keine großen Veränderungen mehr erwarte. Wobei Veränderungen gibt es immer und aus diesem Grund dachte ich mir jetzt über die Feiertage wäre es doch mal ganz nett, bevor ich mich an den Jahresrückblick mache ein wenig über meine Entwicklung zu schreiben. Vielleicht interessiert es doch jemanden. 😉

 Vor knapp zwei Monaten hatte ich meinen letzten, und erstmals wirklich guten, Termin in der Endokrinologie. Die neue betreuende Ärztin erkannte anscheinend etwas was allen anderen vorher entgangen ist. Meine Hormonwerte waren für eine Hormonersatztherapie viel viel zu niedrig. Also entschied sie das wir die Dosis ein weiteres mal erhöhen um endlich in einen normalen weiblichen Bereich vordringen zu können.

Was sie allerdings nicht wusste. Ich hatte bereits ein paar Wochen vorher eigenmächtig meine Dosis auf genau die neu verordnete erhöht. Daher könnt Ihr die unten stehenden Werte als schon entsprechend passend ansehen. Auf jeden Fall merke ich spürbar, wie sich der erhöhte Estradiolwert (Östradiol) sich auf meinem Körper auswirkt. Zum Einem ist der Haarwuchs am Körper nochmal deutlich zurück gegangen und die Körperhaare wachsen noch langsamer. Zum Glück nicht am Kopf.

Die Brust ist mittlerweile fast komplett frei von Haaren. Bis auf ein paar ganz feinen Haaren ist dort nichts mehr zu sehen. Gut, da waren nie wirklich viele. Wofür ich auch ganz dankbar bin. Am Bauch ist es jetzt auch deutlich weniger geworden und ich kann mir langsam vorstellen auch mal einen Bikini zu tragen. Ob das aber allerdings mehr an der einen IPL Sitzung liegt die ich vor ein paar Wochen hatte ist schwer zu sagen. Es wird wohl einfach eine Kombination aus beidem sein.

Das gesamte Hautbild ist nochmals spürbar weicher, allerdings auch empfindlicher auf Berührung, geworden. Nach 17 Monate Hormonersatztherapie hatte ich damit schon gar nicht mehr gerechnet. Aber ich war ja auch vorher schon nicht unzufrieden. Dennoch nervt es, dass ich aktuell vermehrt dazu neige mir blaue Flecken zu holen. Vielleicht sollte ich doch mal etwas besser aufpassen und nicht überall gegen laufen.

Kommen wir zum Punkt den wohl die Meisten von Euch interessiert. Was ist mit der Brust?  Ja, die Brust und ich – dass ist wohl ein Thema voller Missverständnissen, enttäuschten Erwartungen und einfach frustrierte Hoffnung. Wobei ich sagen muss. Ich habe die letzten Wochen das erste Mal überhaupt sowas wie ein ziehen in der Brust gehabt. Ein Druck als ob man dir Gewichte auf die Brust gelegt hat. Ganz blöd, war es ein enges Oberteil bzw. eine enge Jacke anzuziehen.  War das krass,  quasi so als ob mir jemand die Luft zum Atmen nehmen wollte.

Allerdings hatte ich keine Probleme mit dem Atmen. Und man höre und staune… ich hatte genau dass wovon so viele berichten. Die Brustwarzen waren extrem berührungsempfindlich. Das ging sogar soweit, dass ich nach dem Duschen es vermieden habe die Stellen mit dem Handtuch zu berühren. So heftig und furchtbar es auch war, genauso schön war es. Doch leider ist es jetzt schon wieder vorbei und ich muss erstmal hoffen, dass es nochmal wieder kommt. Denn so viel ich weiß, soll die Brust immer in Schüben wachsen. Wenn dem so ist, dann war das wohl so ein Wachstumsschub.

Und In der Tat – ich persönlich finde, dass sich rein optisch einiges getan hat. Wenn ich mich seitwärts vor den Spiegel stelle ist die Rundung einer ganz normalen weiblichen Brust zu erkennen. Ein unbeschreibliches Gefühl – auch wenn sie doch noch recht klein sind – es ist meine Brust. Es ist schwierig es in die passenden Worte zu packen. Ich freue mich halt einfach, dass mein Körper nun endlich sich immer weiter meinem Inneren anpasst. Jeder noch so kleine Schritt ist ein Schritt für mich in die richtige Richtung. Befreiend. Bleibt nur zu hoffen, dass sich noch etwas tut.

Wobei ich ganz ehrlich bin. Ich habe mich zwischenzeitlich schon mit einem Brustaufbau abgefunden und es für mich als eine absolut vertretbare und gangbare Lösung angesehen. Denn was kann ich nach 17 Monate Hormonersatztherapie und einer Oberweite von 105AAA noch erwarten? Es wäre klar schön wenn sie komplett echt wären, aber realistisch ist es nicht. Drum wird nach der Geschlechtsangleichenden Operation auch direkt der Antrag für den Aufbau an die Krankenkasse gehen.

Zum Abschluss dann noch – weil ich es so gern mache – ein wenig jammern *räusper*. Ich habe die letzten Monate ganz schön zu gelegt. Etwas was ich nach den Feiertagen unbedingt und endgültig angehen will. Ich weiß, ich habe mir dafür vielleicht die schlechteste Jahreszeit ausgesucht. Dennoch werde ich sehen, dass ich mindestens zwei mal die Woche zum Laufen komme und die Finger wieder von dem ganzen süßen Zeug lasse. Die Waage meldet sonst bald „Error“ oder sagt mir .. „Bitte nur eine Person zur Zeit“ . Wieso muss das alles auch immer nur so gut schmecken ? In diesem Sinn wünsche ich Euch noch ein paar schöne Tage, bis ich mich mit dem Jahresrückblick 2016 zurück melden werde. Es wird auf jeden Fall spannend bleiben, was die Hormone noch so an Veränderungen mit sich bringen werden. Ich freue mich auf jeden Fall drauf.

Liebe Grüße
Ellen

Körpermaße:

  • Unterbrustweite: 104 cm
  • Oberbrustweite: 109,5 cm
  • BH Größe: 105 AAA / 85 B (trage ich)
  • Taille: 100 cm
  • Hüfte: 112 cm
  • Größe: 182 cm
  • Gewicht:  ~ bis auf weiteres erst mal keine Angabe ~

Blutwerte:

Hormone Gemessen Einheit Referenzbereich
Östradiol 679 pmol/l < 73-172.5
Frauen:
Mitte Follikelphase: 99-448 pmol/l
Um Ovulation: 349-1590 pmol/l
Mitte Lutealphase: 180-1068 pmol/l
Postmenopause: < 73-47 pmol/l
Referenzwert des Assayherstellers (UniCel DxI 600).
Testosteron 3.14 nmol/l 6.07-27.09