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s ist Sonntag und damit mal wieder „höchste Eisenbahn“  einen Beitrag zu schreiben! Ich hoffe Ihr hattet alle eine schöne Woche? Meine Begann mit einem weiteren Ausflug in die Endokrinologie zum allgemeinen Check-up oder mit anderen Worten – Es war mal wieder Zeit die Blutwerte kontrollieren zu lassen. Und ich habe natürlich die Hoffnung dass ich in den nächsten Tagen dann doch mal Werte erhalte mit denen ich etwas anfangen kann. Seit dem Beginn der Hormonersatztherapie hänge ich nun schon in der Luft und weiß überhaupt nicht wo dran ich bin. Gut, es wird jetzt hoffentlich alles besser. Dazu aber nun mehr …


Montag, 11. April 2016 – Endlich war es soweit. Ich durfte mal wieder den Weg in die Endokrinologie nach Erlangen auf mich nehmen! Diesmal sogar mit komplett freien Straßen, wodurch ich es dann auch tatsächlich innerhalb von 70 Minuten in die Endokrinologie schaffte. Nur was war da los ? Der Wartebereich (Flur) war bis auf eine „vereinsamte“ Person komplett leer. Irgendwie total unheimlich!  Okay, dachte ich mir, kann ja nicht schlecht sein. Ein kurzes freundliches „Hallo“ bei der Anmeldung und ich war kurze Zeit später auch schon wieder draußen auf dem Gang.

Keine 15 Minuten später war die Blutabnahme erledigt. Heute ging es verdammt schnell!! Man merkt eben das die Gesundheits- und Krankenpflegerin (Schwester) da sehr erfahren ist. Ganz anders als beim letzen Mal durch den Arzt. Nun gut, ich war auf jeden Fall sehr positiv überrascht. Waren alle Erlebnisse die ich vorher hatte einfach nur „dumm gelaufen“ ? Aber wieso dann so oft und so viel Chaos und warum dann immer nur bei mir? Na ja,  es soll mir jetzt egal sein. Knappe 20 Minuten später hatte ich dann auch schon mein Gespräch mit dem Arzt. Neuer Rekord !! Was für ein Lauf! Wenn es doch nur immer so sein könnte! *träum*

Na ja, auf jeden Fall sprachen wir über die Blutwerte vom letzten Mal und dass ich es unglücklich von ihm fand, dass er mich um 22.00 Uhr anruft um „nur“ zu sagen, dass was mit der Probe falsch gelaufen ist.  Da denkt man doch, dass sonst was passiert ist und jetzt irgendeine Hiobsbotschaft bekommt. Wir waren uns auf jeden Fall einig, dass der gemessene Wert für Östrogen absolut unrealistisch ist. Vor allem nicht mit 2 mg Estradiol täglich. Okay, ich gebe es zu, ich bade jeden Tag in Östrogen. *flutsch* Spaß bei Seite..  Ich bin nun auf die neuen Werte gespannt, denn um ehrlich zu sein ist es schon ganz schön belastend, wenn man seit über 6 Monaten keinen aktuellen Stand hat und man nicht weiß wo man steht.  Es wird ja jetzt besser. Übrigens teilte mir der Arzt noch mit, dass meine Nebennieren noch zu viel männliche Hormone trotz Blocker produzieren, sie aber erstmal noch nichts dagegen unternehmen wollen. Wobei ich mich frage, wie sie da noch etwas machen wollen ? Schließlich bin ich auf meine Nieren ja auch angewiesen.

Aber kommen wir nun zu dem Punkt wieso ich diesen Beitrag „Hormontherapie 2.0“ genannt habe. Ich bin schon lange unzufrieden wie die Hormone in Richtung Brustwachstum wirken. Nämlich so gut wie gar nicht! Ich bin halt auch schon Ü40. Klar tut sich etwas, aber eben nicht viel und ob sie jemals eine halbwegs ansehnliche Größe erreichen steht in den Sternen. Versteht mich jetzt nicht falsch. Ich bin total zufrieden, wie sich mein Körper durch die Hormone verändert hat – ich glaube die Veränderungen sieht man auf meinen Fotos sehr gut. Und dass ich mittlerweile einfach nur noch glücklich bin, wenn ich mich im Spiegel anschaue brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Aber wenn ich mich entkleide kommt die große Frustration – Eine Oberweite, die kaum Nennenswert ist und wenn ich auf dem Rücken liege komplett verschwindet… Ich hänge halt irgendwo zwischen AA oder A fest, so dass ich bereits ernsthaft überlege doch einen Brustaufbau machen zu lassen. Auch wenn es heißt, dass ich dafür mit meiner Kasse kämpfen muss oder ich beiße in den sauren Apfel und spare das Geld irgendwie zusammen. *seufz*

Nun gut, es ist halt so  .. ich habe aber aus verschiedenen Quellen zugetragen bekommen, dass sich durch Zugabe von Progesteron bei der Hormontherapie unter Umständen doch noch etwas erreichen lässt. Mit anderen Worten – Die körpereigene Bildung einer Brust kann dadurch angeregt bzw. verbessert werden. Dazu sollte das Progesteron allerdings relativ hochdosiert sein. Falls nun jemand von Euch nicht weiß was Progesteron ist? Es handelt sich dabei um ein weiteres wenn nicht sogar um eins der wichtigsten weiblichen Sexualhormone und ist unter anderem dafür verantwortlich die Gebärmutterschleimhaut mit aufzubauen. Da ich jetzt keine Abhandlung über dieses Hormon schreiben möchte, empfehle ich Euch die Recherche im Internet. Dort gibt es jede Menge detaillierte Informationen zum Thema.

Ich habe also den Arzt darauf angesprochen, dass ich es gerne ausprobieren möchte, weil ich eben frustriert mit der Brustentwicklung bin. Er war aber sichtlich nicht begeistert. Sein Hauptargument war, dass es eben noch keine wissenschaftlich gesicherte Studie darüber gibt, ob sich das Hormon positiv auf transsexuelle Frauen auswirken kann. Doch durch etwas Überredungskunst gab er dann meiner Bitte doch noch nach. Hurra – Und so bin ich dann mit dem Rezept für Progesteron nach Hause und ab zur Apotheke.  Ich werde dann die Tage mein Selbstversuch starten können, wobei ich das Gel anders als auf der Packungsbeilage verwenden werde. Wieso ? Progesteron neigt dazu, Östrogen in Testosteron umzuwandeln und gerade dass möchte ich nicht, das ich den Feminisierungsprozess nicht verlangsamen, aufhalten oder sogar umkehren will. Also werde ich das Gel nicht alle vier Wochen für 14 Tage verwenden, sondern immer nur ein paar Tage und dafür höher dosiert. Ich bin ja sowas von gespannt. Sollte es Probleme geben, breche ich den Versuch auch wieder ab. Zumindest habe ich nun einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont und ich werde Euch zeitnah berichten, was sich tut und wie es mir geht.

Liebe Grüße
Ellen