Tagebuch meiner Korrektur-OP mit Brustaufbau

Meine Korrektur-OP mit Brustaufbau

Hallo Ihr Lieben,

mit einem Paukenschlag melde ich mich bei Euch zurück! Wie sicherlich schon einige von Euch richtig vermutet haben oder wissen, hatte ich letzten Monat völlig überraschend und unerwartet meine zweite Operation (GaOP). Mit anderen Worten ich hatte meine heiß ersehnte Korrektur-OP mit Brustaufbau in der Rotkreuzklinikum München (Frauenklinik).

So ein Wahnsinn! Oder in diesem Fall einfach Glück?! Schließlich lag meine erste Geschlechtsangleichende Operation noch keine sechs Monate zurück. Und um ehrlich zu sein, war ich gedanklich eigentlich auch noch gar nicht so weit. – Klar, ich habe mir die zweite Operation und den Brustaufbau fast noch mehr als die erste OP herbei gesehnt. Ich wollte endlich fertig mit der Angleichung sein und einen großen Schlussstrich unter allem setzen können.

Doch lag es für mich noch alles in so weiter Ferne, dass ich dachte noch bis zum Ende des Jahres warten zu müssen. Na ja, bis eben am 24. August ein Anruf aus München kam und ich gefragt wurde, ob ich nicht spontan einen Termin für die Korrektur-OP wahrnehmen möchte. Und genau hier setzt nun mein Tagebuch ein.

Hallo, München hier …

24. August 2017 – Es ist mal wieder Freitag. Eine lange und Kräfte zerrende Arbeitswoche neigt sich dem Ende zu, als völlig unerwartet mein Telefon klingelt. Ein Nummer aus München? Wer mag es wohl sein? Ich hebe den Telefonhörer ab und melde mich freundlich mit meinen Namen. „Hallo Frau Herbes! Praxisklinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie – Dr. Schaff und Dr. Morath hier. Es ist ganz kurzfristig ein Termin am 6. September frei geworden und ich wollte Sie fragen, ob sie diesen wahrnehmen möchten“.

Mein Herz rutschte mehrere Etagen tiefer und meine Emotionen schlugen Purzelbäume. Ist das jetzt wirklich? „Ja, ja, ja – ich nehme den Termin gerne wahr.“ – So viel konnte ich noch raus bringen. Die nette Dame auf der anderen Seite des Telefons war sichtlich amüsiert und teilte mir noch mit, dass ich alle Unterlagen dann in den nächsten Tagen per Post erhalte. Kaum hatte ich aufgelegt, realisierte ich erst, was gerade geschehen war.

Ich hatte ein Datum für meine Korrektur-OP am sechsten September! Aber Moment mal?! Das ist ja in elf Tagen!! *schluck* Ich brauche ganz ganz dringend einen Termin bei meiner Hausärztin für die Voruntersuchungen. Fragt nicht wie – Aber meine Partnerin schaffte es tatsächlich noch jemanden in der Hausarztpraxis zu erreichen und mir zwei Termine für die nächste Woche zu organisieren. Was würde ich nur ohne sie machen!

Montag, der 28. August 2017 – Mein geplanter regulärer Kontrolltermin beim Frauenarzt steht an – Ja, ich gehe noch immer alle vier Wochen einmal zum Gynäkologen. Zum Einem bekomme ich dort am einfachsten mein Rezept für die Vaginalcreme und zum Anderen finde ich es persönlich besser, wenn jemand mit Erfahrung immer mal wieder drauf schaut. Schließlich ist meine Vagina für mich noch Neuland und auf eine Vaginose oder so, habe ich nun wirklich keine große Lust. Mein Genital ist mein Heiligtum. Klingt vielleicht doof, ist aber so. Ich bin eben ein klein Wenig stolz.

Wie dem auch sei. Als mein Arzt erfuhr, dass die Korrektur-Operation schon in der nächsten Woche sein sollte, war er hellauf begeistert. „Sie müssen aber unbedingt, wenn sie nach der OP daheim sind, wieder vorbei schauen!“ – Seltsam? Kann es sein, dass mein Frauenarzt noch aufgeregter auf meine zweite OP ist als ich? Anscheinend. Auf jeden Fall habe ich ihm zugesichert, dass mich direkt nach dem Krankenhaus wieder bei ihm melde. Wobei, was mich wundert – er hat sich bis jetzt noch nicht getraut einmal in die Vagina zu schauen.

Dienstag, der 29. August 2017 – Die Zeit bis zum Krankenhaus verrinnt dies mal wirklich wie im Flug. In genau sieben Tagen ist es schon soweit und ich fahre nach München. Doch von Aufregung fehlt jegliche Spur. Es kann doch nicht schon Routine sein? Na ja, ich habe auf jeden Fall eben meine Voruntersuchungen für die Operation gehabt. Bleibt zu hoffen, dass auch diesmal alles in Ordnung ist – Wovon ich allerdings ausgehe. Was soll schon sein? Außer dass ich etwas an Gewicht zugelegt habe. *schäm*

Am Nachmittag habe ich mir zum ersten Mal Gedanken gemacht, was ich alles mit ins Krankenhaus nehmen werde. Und Überraschung, es wird erheblich reduziert, so dass ich mit dem kleinsten unserer Koffer auskomme. Doch habe ich wohl einen Fehler gemacht.. diese Gedanken haben jetzt dazu geführt, dass ich merke wie ich nervös werde. Die Angst vor der Operation kratzt wieder an der Tür. Hoffentlich kann ich sie im Zaum halten.

Donnerstag, der 31. August 2017 – Ich hätte es nicht sagen sollen. Die letzten beiden Nächte waren die Hölle. Mein Kopf wollte mich einfach nicht mehr schlafen lassen. Zu sehr, beschäftigt mich die anstehende Korrektur-OP. „Wird alles so, wie Du es willst?“, „Wachst Du auch diesmal wieder auf?“, „Gibt es wieder Komplikationen?“, „Wie wird es mit der Brust?“, „Wie schlimm sind die Schmerzen?“ und „Wie wird es, wenn ich nur auf den Rücken schlafen darf?“ – Fragen die sich in meinem Kopf wie ein Karussell drehen.

Zumindest gab es beim Ergebnis der Voruntersuchung keine Auffälligkeiten, die einer weiteren Operation entgegen stehen. Eigentlich sollte ich mich freuen, aber ich bin näher am Wasser gebaut als das ich lachen könnte. Kann die OP denn nicht schon vorbei sein?

Montag, der 4. September 2017 – Morgen ist es endlich soweit. Ich fahre nach München in die Frauenklinik des Rotkreuzklinikums München. Die Warterei und mein selbstgemachter Psychoterror hat ein Ende. Okay, es war nicht so schlimm wie vor der ersten Geschlechtsangleichenden Operation – aber klare Gedanken zu fassen fällt mir aktuell doch recht schwer. Ich freue mich auf jeden Fall so sehr, so kurz vor dem „Ziel“ zu sein, dass ich mich beherrschen muss um nicht ständig in Freudentränen auszubrechen. Es kann nur gut werden! Positiv denken, dass ist das Einzige was mich gerade über Wasser halten kann. So nah an meinem Glück war ich noch nie….

Weiter geht es in den nächsten Tagen mit dem zweiten Teil meiner Korrektur-OP.

Liebe Grüße
Ellen

4 Kommentare zu “Meine Korrektur-OP mit Brustaufbau

  1. Liebe Ellen, ganz, ganz toll! Wir sind alle sehr gespannt, wie´s weiter gegangen ist! Ich hoffe, Du bist mit dem „Resultat“ zufrieden?
    Gute Heilung und wenig Beschwerden!
    Das und alles Liebe wünscht Dir Deine Maneu

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